Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Fun facts über mich

  1. Meine erstes Auto war ein klappriger alter VW Golf. Grottenschlecht nach knallrot umlackiert von Post-gelb. Was habe ich ihn geliebt!
  2. In meinem rosa Papier-Führerschein steht als Vorname „Alsfeld“. Auf der Rückseite die Korrektur: „Der Vorname wurde auf Silke geändert“. Jetzt muss ich ihn bald in ein Scheckkärtchen umtauschen. Das zögere ich soweit als möglich hinaus, so sehr amüsiert mich das immer noch. Allerdings: auf dem Porträt in dem alten sehe ich furchtbar aus, deshalb sollte ich mich wohl drüber freuen.
  3. In der Schule habe ich Sport abgrundtief gehasst, mich manchmal sogar lieber krank gestellt. Später exzessiv Badminton gespielt, gejoggt und Bodybuilding gemacht. Heute liebe ich Yoga und lange Spaziergänge mit unserem Hund.
  4. Ich habe mit einem Undercut die perfekte Frisur für mich gefunden. Dafür habe ich fast 50 Lebensjahre gebraucht.
  5. Ich wäre gerne Minimalist, bin jedoch im Herzen genau das Gegenteil davon. 
  6. Wenn ich zu schnell Eis esse, muss ich furchtbar husten und kann erst weiter genießen, wenn der Anfall vorüber ist.
  7. Ich mag Fahrradfahren nicht, auch wenn ich mich aus Vernunftgründen immer mal wieder dazu animieren möchte. Klappt nicht… Lieber bin ich zu Fuß unterwegs.
  8. Wenn es mir nicht gut geht, egal ob seelisch oder körperlich, dann gucke ich mir in Fernsehen eine Serienfolge von Inga Lindström an. Einige hab ich für Notfälle sogar auf DVD. Macht meinen Allgemeinzustand vielleicht nicht besser, lenkt mich aber perfekt ab.
  9. Seit etwa meinem 20 Lebensjahr ernähre ich mich die meiste Zeit über hauptsächlich vegetarisch. Nachdem ich nun noch ein Problem mit der Laktoseverwertung entwickelt habe, esse ich heute vorwiegend pflanzlich und laktosefrei. Jetzt hat die vegane Ernährungsweise tatsächlich mehr Abwechslung auf den Teller gebracht als jemals zuvor, ich bin begeistert! Mein Mann ist übrigens überzeugter Fleischesser.
  10. Meine Haare hatten schon alle Farben, die sich färben lassen. Mit 40 habe ich aufgehört damit und seitdem wachsen meine Haare so üppig wie nie zuvor. In Graumeliert. Gut so.
  11. Als Kind habe ich Igel durch den Winter gefüttert (in einer extra dafür angefertigten Kiste), eine Brieftaube gesundgepflegt und dasselbe auch bei Wildkaninchenkindern und aus dem Nest gefallenen kleinen Vögelchen versucht. Leider nicht immer mit Erfolg. Aber ich wollte sie alle retten. Tiere retten will ich heute noch, deshalb hab ich auch einen Hund aus dem Tierschutz.
  12. Aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof in einem kleinen Dorf. Das war damals mit viel Mithilfe auch von uns Kindern verbunden. Ich habe 2 ältere Schwestern.
  13. Seit 2007 habe ich dreimal meinen Nachnamen geändert. Geboren bin ich als Steuernagel, dann wurde ich eine Radmacher, zurück zu Steuernagel und nun hängt an meinem Geburtsnamen noch ein Schulz dran. 
  14. In der Schulzeit war ich extrem schüchtern und still. Lehrer waren für mich Autoritätspersonen und ich hab mich fast nie getraut, freiwillig etwas zu sagen. Mündliche Mitarbeit gleich null. Übrigens hab ich das bis zur Fachhochschulreife konsequent durchgezogen.
  15. Ich habe eine Ausbildung zur Bauzeichnerin abgeschlossen. 
  16. Meine erste Fremdsprache habe ich gelernt, als ich in die Schule kam. Und das war Hochdeutsch! Davor konnte ich nur „Vogelsberger Platt“. Heute noch passiert es mir ab und zu, dass ich für einige Begriffe keine hochdeutsche Entsprechung weiß.
  17. Vor ein paar Jahren hab ich viel Zeit in Polen verbracht. Ich mag Land und Leute sehr. Auch die Sprache hat es mir angetan. Da ich das rollende „R“ von Haus aus beherrsche, fiel es mir sogar relativ leicht, diese doch recht komplizierte slawische Sprache zu lernen. Leider verlernt sich das Gelernte auch schnell wieder, wenn man es nicht mehr benutzt…
  18. Ich bin absoluter Frühaufsteher. Gerne auch 4.30 Uhr! Kein Problem. Dafür kann man abends nach 20 Uhr mit mir nichts mehr anfangen. Wenn doch, hab ich vorher ein Mittagsschläfchen gehalten.
  19. Ich war als Jugendliche A-ha Fan. Zu dieser Zeit hab sogar ich die Bravo gekauft, um den Starschnitt zusammenzusetzen. Sonst hatte ich es nicht so mit diesem Magazin.
  20. Ich liebe Blutorangen-Direktsaft. Der muss bei mir immer im Kühlschrank stehen.
  21. Einkaufen gehen mag ich nicht so wirklich. Bei alltäglichen Besorgungen muss es immer schnell gehen. Anders ist das nur bei egal welchem kreativen Zubehör. In diesen Läden könnte ich Tage mit Stöbern verbringen. 
  22. High-Heels sind nix für mich. Nicht nur, dass ich es nie gelernt habe, so damit zu laufen, dass es einigermaßen elegant aussieht. Sondern ich mag es nicht, das ich damit deutlich über 1,80 m groß bin und auf viele Menschen runtergucken muss. Nebenbei bemerkt passe ich dann nicht mehr in unser Haus, einem alten Fachwerkhaus mit entsprechend niedrigen Decken.
  23. Meinen ersten Computer habe ich mir zum Studium gekauft. Damals hab ich mir den noch so zusammenschrauben lassen, wie ich ihn brauchte. Hat aber nichts genutzt. Das Studium hab ich nach einem Semester abgebrochen. Informatik war dann doch nix für mich.
  24. Als mein Sohn noch ein Baby war, haben wir einen Sommer lang auf einem Campingplatz gelebt. Ursprünglich sollte das nur ein Wochenenddomizil sein, doch irgendwie wollte keiner mehr zurück in die Wohnung. Erst als es kalt wurde im Herbst….
  25. Mit mir kann man schlecht über Musik reden und auch nicht über Fernsehsendungen. Interessiert mich alles zu wenig. 
  26. Neue Dinge zu lernen macht mich glücklich. Gerne noch einen Online-Kurs oder noch ein neues Sachbuch. Darüber vergesse ich Zeit und Raum.
  27. Routinen langweilen mich extrem schnell. Und Smalltalk.
  28. Ich habe nach meiner Ausbildung die Fachhochschulreife (Fachrichtung Gestaltung), nachgeholt, weil ich unbedingt noch studieren wollte. Die Schulzeit konnte ich auf ein Jahr verkürzen. Trotzdem hab ich als Schulbeste mit einer Gesamtnote von 1,2 abgeschlossen. Macht mich heute immer noch ein bisschen stolz, zu der Zeit „damals“ (=1995) war es mir eher peinlich.
  29. Ich habe kein Studium abgeschlossen und liebäugele deshalb heute noch ab und zu damit, dass nachzuholen.
  30. Kaltgetränke trinke ich gerne lau, aber niemals eiskalt (davon krieg ich Schluckauf). Heissgetränke müssen jedoch heiss sein.
  31. Weisskrautsalat ist extremst lecker! Aber lasst um Himmels willen den Zucker raus – zumindest, wenn ich ihn nicht wieder angewidert ausspucken soll 😉
  32. Meine Kleidung muss bequem und zweckdienlich sein. Punkt. Klamotten als Statussymbol anzusehen ist mir fremd.
  33. Ich mag To-Do-Listen. Also das Anfertigen. Mit dem konsequenten Abarbeiten hab ich’s nicht so….
  34. Traktor- und Autofahren hab ich schon als Kind gelernt. In meiner ersten Fahrstunde hab ich dann mit Praxiswissen brilliert, welches ein Fahranfänger gar nicht wissen konnte. Traktor bin ich schon lange nicht mehr gefahren. 
  35. Ich trage selbst im Sommer ein Halstuch. Vor allem wegen meinen chronischen Nackenverspannungen. Die werden schlimmer, wenn es zu kalt wird. Zu kalt kann auch ein bisschen lauer Wind bei ansonsten 25 Grad Außentemperatur sein.
  36. Jeans kaufe ich in Herrengrößen. Die passen mir einfach besser.
  37. Ich liebe die Art Deco Zeit. Der Jugendstil ist mir zu verspielt, den Bauhaus-Stil finde ich bemerkenswert, jedoch zu reduziert. 
  38. Schwimmen gehen mochte ich nie. Mittlerweile kann ich auf dem Wasser liegen und liebe gemeinsame Aufenthalte mit meinem Mann im schön warmen Thermalbad. Kaltes Wasser meide ich immer noch.
  39. Ich bin eine ewige Selbstzweiflerin. Mein innerer Kritiker ist grundsätzlich nie mit meinen Ergebnissen zufrieden (falls ich nicht schon vorher aufgegeben habe). Ich habe gelernt, dass dies das Imposter Syndrom ist.
  40. Ich würde mich gerne manchmal in Luft auflösen, damit ich in aller Ruhe andere Menschen beobachten kann.
  41. Auf Berge klettern ist nix für mich, ich krieg schon auf einer Trittleiter Höhenangst.
  42. Ein Kaffee morgens muss sein. Schwarz wie die Nacht. Den genieße ich dann gerne in aller Ruhe.
  43. Große Menschenansammlungen sind mir ein Graus. Als Hochsensible bin ich mit den vielen auf mich einstürmenden Eindrücken total überfordert.
  44. Als Kind wollte ich Tierärztin werden. Oder Pferdepflegerin. Dann bekam ich eine Tierhaarallergie. Aus der Traum! Immerhin habe ich die Allergie soweit in den Griff bekommen, dass ich heute einen Hund und zwei Schlappohrkaninchen halten kann. Gerne hätte ich noch eine Katze. Mal sehen, ob das was wird irgendwann…
  45. Leider verreise ich eher selten, aber wenn, dann extrem gerne mit dem Zug. Im ICE kann ich ungestört aus dem Fenster schauen und vor mich hin träumen. Autobahnfahrten gibts für mich schon lange nur noch als Beifahrer. Als Fahrer würde mich die Geschwindigkeit und die vielen anderen Autos um mich rum mittlerweile überfordern. Wo wollen die anderen bloß alle so schnell hin??
  46. Ich höre Hörbücher. Gerne endlos lange historische Romane – oder Fantasy. Viele! Seit Jahren brauche ich regelmäßig neues Hörfutter.
  47. Krimis, Thriller oder Gruseliges kann ich weder als Film gucken, noch als Hörbuch hören oder einen Roman zu diesen Themen lesen. Der Inhalt verfolgt mich wochenlang, wenn ich Pech habe. Also lass ich es.
  48. Die Einrichtung in unserem Haus besteht vor allem aus „gefundenen“, gebrauchten, geschenkten und/oder geerbten Möbeln. Ich habe noch nie viel Geld für Einrichtungsgegenstände ausgegeben. Diesen zusammengewürfelten Stil mag ich am liebsten. Jedes Möbelstück bei uns Zuhause hat seine Geschichte.
  49. Auch bei Klamotten gehe ich eher Secondhand shoppen, wenn ich mal etwas „Neues“ brauche.
  50. Nachhaltiger leben ist bei uns schon länger Thema. Ich experimentiere mit selbstgemachten Putzmitteln und habe eine Zeitlang unsere Wäsche nur mit Kastanienpulver gewaschen. Auch selbstgemacht versteht sich. Davon bin ich jedoch abgerückt, denn ich habe die perfekte Rezeptur noch nicht gefunden. To be continued….
  51. Fotos von mir selbst mag ich überhaupt nicht. Früher konnte ich auch meine Stimme nicht leiden, das hab ich mittlerweile einigermaßen im Griff.
  52. Geboren bin ich in Alsfeld, Hessen. Dort habe ich auch einige Jahre gewohnt. 
  53. Beadwork / Fädeln habe ich entdeckt, als ich nicht wusste, was ich mit einem Döschen gemischter Indianerperlen machen kann und im Internet über amerikanische Seiten mit Anleitungen gestolpert bin. Das ist jetzt über 20 Jahre her.
  54. Stricken und Häkeln kann ich auch seit meiner Kindheit. Vor allem im Herbst reizt es mich, wieder zur den Nadeln zu greifen. Im Sommer ist es mir zu warm dafür. Ich finde das Geräusch von quietschendem Faden auf den Nadeln grauslig. Die Stricker und Häkler wissen vermutlich was ich meine!? Das ist wie auf ein Tempo beißen. 
  55. Mein liebstes Foto im Moment ist dieses, entstanden im Sommer 2022 mit unserem neuen „Fell-Flüchtlingskind“ aus dem Kriegsgebiet der Ukraine. Er darf bei uns bleiben und lernt gerade, dass Menschen doch nicht alle böse sind. Willkommen in Deutschland, Idefix! 
Veröffentlicht am Ein Kommentar

Die 10 häufigsten Fädel-Charaktere – ein augenzwinkerndes Perler*innen-Schubladendenken

Ist Dir schon mal aufgefallen, worin sich die Glasperlenbegeisterten voneinander unterscheiden? Oder wo wir alle ähnlich ticken? Das wollte ich einmal genauer wissen. Also habe ich kurzerhand gedanklich einen meiner Schubladenschränke ausgeräumt und alle menschlichen Eigenarten und kleinen Schwächen, die uns Perler*innen eigen sind (jedenfalls die, die mir bekannt sind) darin einsortiert. Im echten Leben bewahrt dieser Schrank natürlich ausschließlich Glasperlen und Fädelzubehör auf, was sonst ;-). In meinem Artikel verwende ich nur die weibliche Ansprache, des Leseflusses wegen, die fädelnden Jungs dürfen sich natürlich sehr gerne auch angesprochen fühlen!

Ich bin auf 10 verschiedene Grundtypen gekommen. Viel Spaß damit!

 


1. Die Beschäftigte

Diese Spezies liebt das Fädeln als solches. Ergebnisse sind zweitrangig. Sie mag es, das Material in aller Ruhe zu besorgen, An- leitungen auszusuchen, bereitzulegen, und dann fädeln und fädeln und noch mal fädeln… Oft kommt diese Fädlerin dabei ganz woanders an, als sie anfangs eigentlich hin gewollt hat, denn sie hat während der Arbeit an dem Stück das Beachten der Anleitung völlig vergessen. Wie sie auch die Welt um sich herum vergessen hat. Das Fädeln an sich macht ihr Spaß und sie genießt den meditativen Effekt dabei. Und wenn ihr die aktuelle Spielerei keinen Spaß mehr macht, lässt sie promt die Nadel fallen und hört einfach auf. Der Weg ist ihr Ziel – wen interessiert schon das fertige Produkt? In ihrem Schrank wächst derweil der Stapel UFOs* stillschweigend vor sich hin…

* Un-Fertige-Objekte

2. Die Gebende

Das ist eine ganz Nette, denn sie verschenkt sehr gerne, was sie gefädelt hat. Alles in ihrem Umfeld bekommt zu jeder passenden oder auch manchmal unpassenden Gelegenheit ein schönes handgearbeitetes Schmuckstück überreicht. Notfalls mit Gewalt! Freunde, Nachbarn, Bekannte und Arbeitskollegen, falls er ihr begegnet auch der Briefträger, jeder wird großzügig bedacht. Sie ist überzeugt davon, dass sich jeder, aber auch wirklich jeder, über ein nett gemeintes und liebevoll erstelltes Schmuckstück von ihr zu freuen hat. In der Extremform macht sie auch vor Hund, Katze, Meerschweinchen oder den Fischen im Aquarium nicht halt. Außerdem fordert sie rigoros das Tragen der Schmuckstücke ein. Es gibt kein Entrinnen, wenn man es in die Reihen ihrer Günstlinge geschafft hat.


3. Die Hypermoderne

Fädeln und neue Techniken üben – na klar! Da ist sie sofort dabei. Für was hat sie denn ihr Tablet! Auf diesem werden fleißig Anleitungen gesammelt und ihr neuestes Smartphone hilft bei der Recherche und dem Austausch. Ihre Fach-Zeitschriften und Bücher liest sie digital. Das Fädeln hat sie zuhause am Laptop mithilfe der umfangreichen Auswahl von kostenlosen Online-Videos erlernt. Ausländische Anleitungen werden blitzschnell durch den Online-Übersetzer gejagt. Ihr Perlen-Vorrat wird mit allerneuester Bestands-Software verwaltet. Darin integriert ist selbstverständlich eine automatische Nachschub-Order-Funktion, die mit dem Perlenshop ihres Vertrauens verbunden ist und für immerwährend ausreichend vorhandenes Fädelmaterial sorgt.


4. Die Irrende

Wenn irgendetwas schief geht, ist diese Spezies hundertprozentig dran beteiligt. Der Faden reißt mitten in ausgerechnet dem Schmuckstück, das als Geschenk für die beste Freundin dringend fertig werden muss. Oder er ist insgesamt ein klitzekleines bisschen zu kurz, nur wenige Zentimeter, sodass mühsam neu angesetzt werden muss. In der letzten noch zu fädelnden Runde macht es „ping“ und eine der wichtigsten Verbindungsperlen platzt entzwei, natürlich so, dass das ganze Stück auseinanderfällt. Die Nadel bricht beim Arbeiten in einem Stück so blöd ab, dass das abgebrochene Ende unauffindbar irgendwo in den Perlen stecken bleibt. Von den exakt abgezählten Perlen rollt die eine, die unbedingt noch notwendig ist, auf Nimmerwiedersehen unter den Wohnzimmerschrank und so weiter und so fort. Diese Liste ließe sich noch ziemlich lange bis unendlich fortsetzen. Diese arme Spezies scheint ständig und überall ausschließlich vom Perlen-Pech verfolgt zu sein.


5. Die Luxuriöse

Sie verwendet immer nur das Beste vom Besten! Zu teuer gibt es nicht! Und kein Weg ist ihr zu weit, um das ganz Besondere zu er- gattern. Egal, ob es sich dabei um die perfekte Ausstattung des Perlenarbeitsplatzes, um die Aufbewahrungsmöglichkeiten ihrer um- fangreichen Vorräte oder die Perlen an sich handelt. Das Zubehör muss außerdem immer erlesen sein! Es ist beispielsweise absolut unter ihrer Würde, ihre hochwertigen Biegeringe mit einer einfachen Zange aus der Elektronikabteilung des ortsansässigen Bau- markt zu befestigen. Nö, ohne die Superedelversion mit vergoldeter Spitze und lederüberzogenen ergonomischen Griffen geht überhaupt nichts. Darum wird eine solche Zange bei Bedarf auch schon mal extra aus dem Ausland importiert.


6. Die Sparsame

Sie hat Tütchen – und davon eine ganze Menge! Der Inhalt? Restbestände aus vergangenen Projekten. Es sind 5 Stück Rocailles 15/0 übrig vom letzten Armband? Damit geht noch was, also aufheben! Dann nach einem neuen Projekt suchen, passend zu diesem Rest. Komischerweise bleiben später von diesem Projekt die nächsten Tütchen mit Restmengenperlen über. Und da ja absolut nichts übrig bleiben darf, ist diese Spezies immer auf der Jagd nach immer mehr günstigen Perlen passend zu ihren vorhandenen zuhause. Auch kennt sie sich besonders gut damit aus, wo es die schönsten freien Anleitungen im Netz zu ergattern gibt. Für ein Schmuckstück sind Kristalle vorgesehen? Die kann man sicher durch preiswertere Glasschliffperlen ersetzen! Ein Super-Sonder-Angebot im Perlenshop „Sowieso“? Oh, gute Gelegenheit, die Vorräte aufzustocken! Und ihre Nadeln werden immer bis zur absoluten Verbiegung (das bedeutet kurz vor Verknotung) benutzt, bevor sie in den wohlverdienten Ruhestand gehen dürfen.


7. Die Ungeduldige

Sie hat doch eigentlich gar keine Zeit zum Fädeln! Doch sie präsentiert sich so wahnsinnig gerne mit dem selbst erstellten glitzern- den Ergebnis. Hurtig muss es also gehen! Schnell sichtbare Erfolge hat sie gern. Deshalb kauft diese Spezies am liebsten Kits. Das geht fix, alles passt zusammen und ganz wichtig: das meiste, was sie zum Fädeln braucht ist darin enthalten. Sie kann also sofort loslegen. Langwieriges Suchen nach Material und Planung entfällt, denn das mag sie nicht. Außerdem läuft sie so keine Gefahr, dass irgendeine Farbe nicht zu den anderen passt, was die Ausführung verzögern würde. Oder sie stürmt in den Perlenladen ihres Vertrau- ens und hat in Rekordgeschwindigkeit alles benötigte eingesammelt. Dann flitzt sie nach Hause und wenn sie außerdem über die Fähigkeit einer Turbofädlerin verfügt (eine Untergattung dieser Spezies) wird sie noch an diesem Abend stolz das Ergebnis ihrer Akkordarbeit in der Öffentlichkeit vorführen können. Da kommt manch anderer schon außer Puste beim Zusehen.


8. Die Vollkommene

Wenn diese Spezies fädelt, meint sie es ernst! „Das muss alles ordentlich gemacht werden!“ – sowas hört man aus ihrem Mund. Bei ihr gibt es keine schiefen Nadeln, keine aus der fertigen Arbeit herauslugenden frechen Fadenenden. Die verwendeten Perlen werden nach Größe und Zustand sortiert, damit sich nur ja keine Perle mit klitzekleinen Fehlern in das Schmuckstück hineinschmuggelt. Ent- deckt sie während der Fädelarbeit eine falsch eingesetzte Perle in den Anfangsreihen, wird rigoros zurückgearbeitet. Notfalls rückt sie dem armen Schmuckstück sofort mit der Schere zu Leibe und fängt noch mal ganz von vorne an. Genauso hat auch der Fadenlauf und die Fadenspannung immer perfekt zu sein. Mit nichts weniger ist sie zufrieden. Auch wenn das Malheurchen später auf der Rückseite läge oder unter x-Perlenlagen verborgen – das Wissen, dass diese Mini-Macke existiert, würde ihr glatt schlaflose Nächte bereiten.


9. Die Zielgerichtete

Sie hat sicher extra einen monatelangen Kurs in Fädel-Projekt-Management gemacht. Denn sie weiß immer genau was sie will und ebenso wie sie es ohne allzu viele Umwege erreichen kann. Kleine, überschaubare Projekte mit kalkulierbarem Arbeitsaufwand dürfen es für sie vor allem sein. Dafür wird konkret das Material in benötigter Menge eingekauft und das Schmuckstück dann angefertigt. So wie es in der Anleitung steht, wird gefädelt! Schritt für Schritt. Sie sieht weder nach rechts noch nach links, sondern arbeitet ruhig alle zu erledigenden Schritte nacheinander ab. Das Ergebnis wird ganz sicher zum Wunschtermin fertig sein. Respekt!


10. Die Eichhörnchen-Elster

Ich möchte ganz zum Schluss noch einen augenzwinkernden Viechervergleich hinzufügen: Das nimmer satte Eichhörnchen (genau genommen ist es eine Kreuzung aus unersättlichem Nagetier und glitzerliebender Elster)! Es hortet fleißig, rastlos und immerzu. Nie hat es genug Schätze gesammelt – jaja, das verflixte Eichhorn-Gen ;-). Und es findet dann häufig leider nichts mehr wieder. Vor allem, wenn es etwas ganz Bestimmtes ganz dringend sucht. Diese Schwäche haben fast alle zweibeinigen Perlen gattungsübergreifend, darum sortiere ich das niedliche Tierchen einfach in die letzte und größte Schublade ein. Wir wissen meist genau, dass dieses oder jenes Zubehörteil irgendwo in unseren Schätzen schlummert. Aber wenn man‘s braucht, ist es verschwunden, typisch Eichhörnchen. Ich seh mich im Geiste dann Haare raufend und fluchend inmitten eines in Rekordgeschwindigkeit entstehenden Chaos sitzen, ihr auch? Garantiert ist: Man findet das gesuchte Teil! Allerdings erst nächstes Jahr oder noch später… Doch bis dahin hat man schon lang eine Alternative eingesetzt. Außerdem konnnte man die günstige Gelegenheit Ersatz zu besorgen gleich dazu nutzen, um die Vorräte mit einigem dringendst (natüüürlich!!!*grins) benötigten Glitzerkram aufzustocken (Schuld ist nur das Elster-Gen* unschuldig guck). Denn Vorräte hat die Eichhörnchen-Elster bekanntermaßen nie genug, nicht wahr?


Beadwork (deutsch: Fädeln)  ist ein faszinierendes und einzigartiges Hobby, eine kunsthandwerkliche Technik, die in einer fröhlich bunten und weltweiten Gemeinschaft gepflegt wird, egal wie sehr sich der persönliche Umgang mit dem Material von dem der anderen Perler*innen unterscheidet. Es vernetzt über Landesgrenzen und Sprachbarrieren hinweg und das finde ich absolut großartig! So, genug gelobhudelt 😉

Erkennst Du dich wieder irgendwo? Meine kleine Zusammenstellung erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist auch nicht allzu ernst gemeint. Ich würde mich freuen, von Dir zu hören, on Du noch eine andere Spezies kennst, die ich hier noch nicht erwähnt habe!?! Klicke dazu einfach auf den folgenden Link:


Happy Beading!